Staatsbürgerschaft

Verlust der österreichischen Staatsbürgerschaft

Allgemeine Informationen

Der Verlust der österreichischen Staatsbürgerschaft ist in folgenden Fällen möglich:

  • durch willentlichen Erwerb einer fremden Staatsangehörigkeit:
    Die Staatsbürgerschaft verliert von Gesetzes wegen, wer aufgrund seines Antrags, seiner Erklärung oder seiner ausdrücklichen Zustimmung eine fremde Staatsangehörigkeit erwirbt.
    • Bei Minderjährigen unter 14 Jahren tritt der Verlust der Staatsbürgerschaft nur ein, wenn die Zustimmung der gesetzlichen Vertreterin/des gesetzlichen Vertreters vorliegt.
    • Bei Minderjährigen über 14 Jahren tritt der Verlust nur dann ein, wenn die Zustimmung der gesetzlichen Vertreterin/des gesetzlichen Vertreters vorliegt und die/der Minderjährige dem Erwerb der fremden Staatsangehörigkeit auch ausdrücklich zugestimmt hat.

Der Verlust der Staatsbürgerschaft tritt nicht ein, wenn vor dem Erwerb der fremden Staatsangehörigkeit die Beibehaltung der österreichischen Staatsbürgerschaft beantragt und bewilligt worden ist.

Die Beibehaltung der Staatsbürgerschaft ist zu bewilligen

  • wegen bereits erbrachter und noch zu erwartender Leistungen oder aus einem besonders berücksichtigungswürdigen Grund im Interesse der Republik;
  • wenn dies im Fall von Minderjährigen dem Kindeswohl entspricht;
  • wenn die Staatsbürgerschaft durch Abstammung erworben wurde und im Privat- und Familienleben ein für die Beibehaltung besonders berücksichtigungswürdiger Grund vorliegt;
  • durch Eintritt in den Militärdienst eines fremden Staates:
    Der freiwillige Eintritt in den Militärdienst eines fremden Staates führt zu einem Verfahren zur Entziehung der Staatsbürgerschaft; bei Minderjährigen jedoch nur, wenn auch für den freiwilligen Eintritt in den Militärdienst des fremden Staates die Zustimmung der gesetzlichen Vertreterin/des gesetzlichen Vertreters vorliegt. Die Ableistung des Pflichtmilitärdienstes eines Staates, dessen Staatsangehörigkeit der Wehrdienstpflichtige ebenfalls besitzt, führt jedoch nicht zum Verlust der österreichischen Staatsbürgerschaft.
  • durch Schädigung der Interessen oder des Ansehens der Republik im Dienst eines fremden Staates:
    Wenn eine Staatsbürgerin/ein Staatsbürger im Dienst eines fremden Staates steht und durch ihr/sein Verhalten die Interessen oder das Ansehen der Republik Österreich erheblich schädigt, so führt dieses Verhalten zu einem Verfahren zur Entziehung der Staatsbürgerschaft, wenn sie/er dadurch nicht staatenlos wird.
  • durch aktive Teilnahme an Kampfhandlungen im Ausland für eine organisierte bewaffnete Gruppe im Rahmen eines bewaffneten Konflikts:
    Die freiwillige aktive Teilnahme an Kampfhandlungen im Ausland für eine organisierte bewaffnete Gruppe im Rahmen eines bewaffneten Konflikts führt zu einem Verfahren zur Entziehung der Staatsbürgerschaft. Voraussetzung ist, dass durch die Entziehung keine Staatenlosigkeit eintritt.
  • durch Nichtausscheiden aus dem bisherigen Staatsverband:
    Wer der Verpflichtung zum Ausscheiden aus dem bisherigen Staatsverband aus Gründen, die er zu vertreten hat, binnen zwei Jahren nach Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft nicht nachkommt, verliert die österreichische Staatsbürgerschaft durch Entziehung.
  • durch Verzicht:
    Auf die österreichische Staatsbürgerschaft kann nur unter gewissen Voraussetzungen verzichtet werden. Diese Voraussetzungen sind:
  1. der Besitz einer fremden Staatsangehörigkeit,
  2. kein anhängiges Strafverfahren (oder anhängige Strafvollstreckung) zu mit mehr als sechs Monaten Freiheitsstrafe bedrohten Straftaten und
  3. keine Angehörige/kein Angehöriger des Bundesheeres und, sofern männlichen Geschlechtes, dieser
    • das 16. Lebensjahr noch nicht oder das 36. Lebensjahr bereits vollendet hat oder
    • den Grundwehrdienst oder den ordentlichen Zivildienst geleistet hat oder
    • von der Stellungskommission als untauglich oder vom zuständigen Amtsarzt als dauernd unfähig zu jedem Zivildienst festgestellt worden ist oder
    • wegen Geisteskrankheit oder Geistesschwäche von der Einberufung in das Bundesheer ausgeschlossen ist oder
    • seine Militärdienstpflicht oder eine an deren Stelle tretende Dienstverpflichtung in einem anderen Staat, dessen Angehöriger er ist, erfüllt hat und deshalb (aufgrund eines zwischenstaatlichen Vertrages oder eines internationalen Übereinkommens) von der Leistung des Präsenz- oder Zivildienstes befreit ist.

Die Voraussetzungen der Ziffern 2 und 3 sind nicht maßgeblich, wenn der Verzichtende bereits seit mindestens fünf Jahren ununterbrochen seinen Hauptwohnsitz außerhalb Österreichs hat.

Zuständige Stelle

Entziehungsverfahren und Verzichtsverfahren werden von der zuständigen Landesregierung geführt; ob die Voraussetzungen für den Verlust der österreichischen Staatsbürgerschaft vorliegen wird im konkreten Einzelfall geprüft.

Rechtsgrundlagen

§§ 27, 32, 33, 34, 37, 38 und 39 Staatsbürgerschaftsgesetz (StbG)

Letzte Aktualisierung: 17. März 2022

Für den Inhalt verantwortlich: Bundesministerium für Inneres