St. Pantaleon-Erla

BORKENKÄFERSITUATION IN NÖ

FORSTSCHUTZ - MASSNAHMEN

Die extrem heißen und trockenen Perioden der Sommer 2015 und 2017 haben die Population der Fichtenborkenkäfer in verschiedenen Regionen sehr deutlich sichtbar anwachsen lassen.
Höchste Aufmerksamkeit seitens der Waldbesitzer und Forstleute ist nötig!

Herabsetzung der Abwehrkraft

Die Witterungsverhältnisse der letzten Jahre (insbesondere die heißen und trockenen Sommer 2015 und 2017) haben zu einer wesentlichen Steigerung der Anfälligkeit von Fichten gegenüber Borkenkäfern geführt, außerdem muss davon ausgegangen werden, dass eine hohe Zahl an Borkenkäfern erfolgreich überwintert hat.

Insbesondere der Norden des Bezirks war bereits im Vorjahr von starkem Borkenkäferbefall betroffen, sodass hier die Gefahr einer Massenvermehrung im Jahr 2018 besonders hoch ist.

Sturmschäden Ende Oktober 2017
Der Sturm Herwart hat vor allem im südlichen Teil des Bezirkes Scheibbs gravierende Wurf- und Bruchschäden verursacht, deren Aufarbeitung auf Hochtouren läuft. Aber auch in anderen Teilen des Bezirks ist es zu einer Vielzahl von Einzelwürfen gekommen, welche ebenso wie flächige Windwurfflächen ein hohes Potential für eine Massenvermehrung von Fichtenborkenkäfern darstellen. Daher hat die ehebaldige Aufarbeitung von bruttauglichem Material (insbesondere Stämmen und Wipfeln der Fichte) höchste Priorität.

Problematik der Borkenkäfer
Die wichtigsten Borkenkäfer bei der Fichte sind der Buchdrucker (Ips typographus) sowie der Kupferstecher (Pityogenes chalcographus). Diese nur wenige Millimeter großen Insekten bohren sich durch die Rinde von Bäumen und zerstören dort durch den Fraß der Larven (Brutbild) und erwachsenen Käfer das für den Baum lebensnotwendige Bastgewebe. In den meisten Fällen sterben Bäume, die von Borkenkäfern erfolgreich besiedelt wurden, innerhalb kurzer Zeit ab (Käferbäume). Nicht rechtzeitig beseitigte Käferbäume bzw. vorhandenes Brutmaterial (Wipfel-, Astmaterial, insbesondere in Schadensgebieten nach Eisbruch oder nach Windwurf) stellen optimales Vermehrungspotenzial für die vorhandenen Borkenkäfer dar und können zu einer sehr raschen und explosionsartigen Vermehrung der Borkenkäfer führen.

Maßnahmen: rasch und konsequent
Aufgrund der gegebenen Situation ist für das Jahr 2018 höchste Alarmbereitschaft gegeben. Erster massiver Stehendbefall wurde in den letzten Tagen im Rahmen der Forstaufsicht bereits festgestellt.
Folgende Maßnahmen, die nicht nur im Interesse der Waldbewirtschafter sein sollten, sondern zu denen auch eine forstgesetzliche Verpflichtung und eine Verantwortung gegenüber dem Grundnachbarn besteht, sind dringend empfohlen:

  • Regelmäßige (wöchentliche) Kontrolle ab Spätwinter/Frühjahr bis in den Spätherbst und; Waldbegehungen!
  • Entnahme von befallenen Bäumen (abfallende Rinde, braune Krone, Nadelfall), in denen die Entwicklung der Käfer fortgeschritten ist, unbedingt vor dem Ausfliegen der Käfer.
  • Suche und Entnahme der Bäume, wo die Entwicklung am Anfang steht (Bohrmehl, Bohrlöcher, Harztropfen).
  • Großzügiges Rändeln um befallene Käferbäume!
  • Keine Lagerung von befallenem (oder auch unbefallenem aber fängischem) Holz im Wald oder in Waldnähe.
  • Bruttaugliche Resthölzer, Wipfelstücke nicht unbehandelt im Wald oder Waldnähe lassen.
  • Lagerung von bruttauglichem Biomassematerial (Fichte!) nicht im Wald oder in Waldnähe!

Säumige Waldeigentümer müssen mit der Einleitung eines forstpolizeilichen Verfahrens und bescheidmäßigen Aufarbeitungs- und Behandlungsaufträgen rechnen.